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Richtungsmischer

In der professionellen Audiotechnologie ist es wichtig, die korrekte akustische Perspektive des Klangs wahrzunehmen. Hierbei spricht man vom so genannten Richtungshören. Gemeinsam mit den Bregenzer Festspielen und der Lawo AG hat das Fraunhofer IDMT einen Richtungsmischer für Echtzeit-Anwendungen entwickelt, der mit einem Richtungsmischpult bedient wird. Das richtungsbezogene Hören wurde für statische und bewegte Schallquellen optimiert und auf den modernsten Stand der Technik gebracht.

 

 
Kontakt:
René Rodigast
 
Links:
LAWO AG

Bregenzer Festspiele
 
Produktblatt:
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Wie funktioniert das Richtungshören
Basierend auf dem Präzedenz-Effekt, der dem menschlichen Ohr die Richtung des Tons vorgibt, wurde das so genannte Richtungshören entwickelt. Die erste Schallwelle ist im Idealfall der Originalton der Interpreten. Bei großflächigen Anwendungen sind es Richtungslautsprecher, die aus der Richtung des Sängers strahlen. Ergänzend zu diesen Lautsprechern werden weitere Lautsprecher hinzugeschaltet, welche über die gesamte Bühne verteilt sind. Diese sind um ca. 10 bis 100 Millisekunden zeitverzögert und haben einen entsprechenden abstrahlenden Schallpegel. Im gesamten Publikumsbereich kann somit der Eindruck entstehen, der Ton kommt direkt von der aktuellen Position des Solisten. Bei einer Bewegung der Interpreten wandert auch der Ton mit den Sängern mit, indem dieselben oder andere Lautsprecher mit neuen Zeitverzögerungszeiten angespielt werden. Jeder einzelne Lautsprecher kann dabei grundsätzlich leiser angesteuert werden als herkömmliche Soundsysteme. Durch die Summation aller Lautsprecher erreicht man die gewünschte Gesamtlautstärke.

Der Richtungsmischer
Die präzise Abmischung des Richtungshörens übernimmt der neu entwickelte Richtungsmischer, eine gemeinsame Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT und der Bregenzer Festspielen. Die Hardware liefert die Lawo AG. Der neue Richtungsmischer löst die bestehende Hardware, welche bisher zum Richtungshören verwendet wurde, komplett ab. Mit der neuen Software des Richtungsmischers wird eine gleichzeitige Bewegung von 32 Schallquellen in Echtzeit über die bestimmten Richtungsgebiete ermöglicht. Zusätzlich verfügt der Richtungsmischer über 32 statische Quellen. Eine weitere Neuerung besteht darin, dass Amplituden und Zeiten zwischen den Richtungsgebieten dynamisch geblendet werden können.

Die Bedienung des Richtungsmischers
Die Bedienung erfolgt mit einem Richtungsmischpult. Für den Ablauf und die Kontrolle werden dem Tonmeister mehrere TFT- Monitore, ein Pen-Display und der neue Richtungsmischer selbst zur Verfügung stehen. Das Richtungsmischpult besteht aus zwei Touch-Screens sowie zwei Endlos-Fadern und einigen Tastenfeldern. Die Wege, welche ein Akteur in den Richtungsfeldern zurücklegt, sind entsprechend programmierbar. Dies eröffnet viele kreative Möglichkeiten, wie zum Beispiel den Aufruf von bestimmten Szenen, welche mit dieser Bewegung bereits vorprogrammiert sind. Ein weiteres Feature ist die interaktive Steuerung, wie beispielsweise der Eingriff in eine Szene bei unvorhergesehenen Bewegungen des Akteurs. Das Pult ist frei editierbar, was einen wesentlichen Vorteil für den bedienenden Tonmeister darstellt.

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