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Wie funktioniert das Richtungshören
Basierend auf dem Präzedenz-Effekt, der dem menschlichen
Ohr die Richtung des Tons vorgibt, wurde das so genannte Richtungshören
entwickelt. Die erste Schallwelle ist im Idealfall der Originalton
der Interpreten. Bei großflächigen Anwendungen
sind es Richtungslautsprecher, die aus der Richtung des Sängers
strahlen. Ergänzend zu diesen Lautsprechern werden weitere
Lautsprecher hinzugeschaltet, welche über die gesamte
Bühne verteilt sind. Diese sind um ca. 10 bis 100 Millisekunden
zeitverzögert und haben einen entsprechenden abstrahlenden
Schallpegel. Im gesamten Publikumsbereich kann somit der Eindruck
entstehen, der Ton kommt direkt von der aktuellen Position
des Solisten. Bei einer Bewegung der Interpreten wandert auch
der Ton mit den Sängern mit, indem dieselben oder andere
Lautsprecher mit neuen Zeitverzögerungszeiten angespielt
werden. Jeder einzelne Lautsprecher kann dabei grundsätzlich
leiser angesteuert werden als herkömmliche Soundsysteme.
Durch die Summation aller Lautsprecher erreicht man die gewünschte
Gesamtlautstärke.
Der Richtungsmischer
Die präzise Abmischung des Richtungshörens übernimmt
der neu entwickelte Richtungsmischer, eine gemeinsame Entwicklung
des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie
IDMT und der Bregenzer Festspielen. Die Hardware liefert die
Lawo AG. Der neue Richtungsmischer löst die bestehende
Hardware, welche bisher zum Richtungshören verwendet
wurde, komplett ab. Mit der neuen Software des Richtungsmischers
wird eine gleichzeitige Bewegung von 32 Schallquellen in Echtzeit
über die bestimmten Richtungsgebiete ermöglicht.
Zusätzlich verfügt der Richtungsmischer über
32 statische Quellen. Eine weitere Neuerung besteht darin,
dass Amplituden und Zeiten zwischen den Richtungsgebieten
dynamisch geblendet werden können.
Die Bedienung des Richtungsmischers
Die Bedienung erfolgt mit einem Richtungsmischpult. Für
den Ablauf und die Kontrolle werden dem Tonmeister mehrere
TFT- Monitore, ein Pen-Display und der neue Richtungsmischer
selbst zur Verfügung stehen. Das Richtungsmischpult besteht
aus zwei Touch-Screens sowie zwei Endlos-Fadern und einigen
Tastenfeldern. Die Wege, welche ein Akteur in den Richtungsfeldern
zurücklegt, sind entsprechend programmierbar. Dies eröffnet
viele kreative Möglichkeiten, wie zum Beispiel den Aufruf
von bestimmten Szenen, welche mit dieser Bewegung bereits
vorprogrammiert sind. Ein weiteres Feature ist die interaktive
Steuerung, wie beispielsweise der Eingriff in eine Szene bei
unvorhergesehenen Bewegungen des Akteurs. Das Pult ist frei
editierbar, was einen wesentlichen Vorteil für den bedienenden
Tonmeister darstellt.
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